Pro und Contra

Die 1%-Regelung wird immer dann angewendet, wenn kein Fahrtenbuch vorliegt und dennoch eine überwiegende oder zumindest 50-prozentige betriebliche Nutzung des Kfz-Fahrzeugs nachgewiesen werden kann. Entscheidend für die Berechnung des Steuersatzes ist der Neupreis (Liste) des entsprechenden Fahrzeugs, unabhängig davon, ob es gebraucht für einen geringeren Kaufpreis erworben wurde. Daraus ergibt sich, dass für einen Wagen, der neu 100.000€ kostet, 1000€ zu versteuernde Nutzungsentnahme pro Monat anfallen. Im Jahr macht das dann 12.000€. Wird von einem Grenzsteuersatz von 42% ausgegangen, so bleiben 5040€ Steuern pro Jahr übrig. Dieser Steuerbetrag wird als Einkommensteuerbetrag bezeichnet. Hinzu kommen dann auch noch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Diese hohen Kosten für ein betrieblich genutztes Fahrzeug lassen sich mit einem Fahrtenbuch deutlich verringern. Das Fahrtenbuch gibt genau an, zu welchem Anteil das Fahrzeug betrieblich und zu welchem Anteil es privat genutzt wurde. Wenn der Steuersatz nun anhand des Fahrtenbuches ermittelt wird, dann nimmt man nicht den Listenpreis als Grundlage. Stattdessen werden die jährlichen Abschreibungs- und Unterhaltskosten in die Berechnung mit einbezogen. Zu den Unterhaltskosten, bzw. laufenden Kosten für das Fahrzeug zählen dabei zum Beispiel die Kosten für Benzin und Versicherung. Der betriebliche Anteil an diesen jährlichen Kosten kann nun mit Hilfe eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuches eindeutig nachgewiesen werden. Zu versteuern ist nur der verbleibende private Nutzungsanteil, auf welchen dann die 42% Spitzensteuersatz angewendet werden.

Konkret bedeutet das, wenn ein Fahrzeug mit einem Neuwert von 100.000€ gebraucht für 90.000€ gekauft wurden, fallen 15.000€ Aschreibungskosten und nochmals 10.000€ laufende Kosten pro Jahr an. Von diesen insgesamt 25.000€ wird nun der Prozentsatz der betrieblichen Nutzung, zum Beispiel 92,5%, abgezogen. Es bleiben nur noch 7,5% private Nutzung, bzw. 1875€ zu versteuernde Nutzungsentnahme übrig. Bei einem Grenzsteuersatz von 42% macht das nur noch 787,50€ Einkommenssteuer-Betrag pro Jahr, also eine Ersparnis von 4.826,59 €. Das Führen eines Fahrtenbuches spart also bares Geld.